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Das digitale Register

Am 22.03.2016 wurde das Landesgesetz zur Anwendung des staatlichen Gesetzes „La Buona Scuola“ im Landtag genehmigt. Es enthält folgenden Artikel:

„Art. 1/sexies “

Persönliches Bildungsprofil der Schüler und Schülerinnen

1. Für jeden Schüler und jede Schülerin wird ein persönliches digitales Bildungsprofil angelegt, das die grundlegenden Daten des Bildungswegs und der erworbenen Kompetenzen enthält.

2. Dieses persönliche Bildungsprofil wird im Rahmen der Abschlussprüfung der Oberstufe gemäß den geltenden Bestimmungen berücksichtigt.

3. Die Landesregierung legt Inhalte, Kriterien und Modalitäten für die Schaffung einer einheitlichen Struktur des persönlichen Bildungsprofils der Schüler und Schülerinnen fest, wobei sie Mindeststandards für die Vergleichbarkeit der zur Verfügung gestellten Daten unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen und der staatlichen Vorgaben gewährleistet. Außerdem regelt sie die Veröffentlichung des persönlichen Bildungsprofils.

Wir vom LBE waren zunächst sehr skeptisch gewesen. Wir glaubten, der einzige Nutzen des digitalen Bildungsprofils läge in der Bewertung der Leistungen der einzelnen Schüler für Außenstehende, vor allem für zukünftige Arbeitgeber. Auch schien es uns sehr befremdlich, der Landesregierung die vollen Befugnisse zur Veröffentlichung der persönlichen Daten von Schülern übergeben zu müssen.

Trotz unserer Einwände wurde das Gesetz ohne Änderungen verabschiedet.

Inzwischen ist das digitale Bildungsprofil in der Schulrealität angekommen.

In den Oberschulen und einigen Mittelschulen wurden digitale Register eingeführt, wo sämtliche Informationen (Bewertungen, Stundenpläne, Lehrerinformationen, Hausaufgaben, Lehrmittel und allfällige Informationen) einer schulischen Laufbahn eines jeden Schülers zur Einsicht für Lehrer, Eltern und den betreffenden Schüler festgehalten sind.

In Finnland existiert seit einigen Jahren ebenfalls das System eines digitalen Registers, genannt WILMA. Doch WILMA wurde geschaffen, um ein besseres Netzwerk (einfach, schnell, direkt) zwischen Schule, Schülern und Elternhaus aufzubauen, nicht um Leistungen zu vergleichen. Die finnischen Lehrer haben uns bestätigt, dass in den ersten Jahren der Einführung noch viel verbessert werden musste, bis das erwünschte Ergebnis einer ausgewogenen Kommunikation und Information erzielt werden konnte. Doch nach 5 Jahren der Anwendung funktioniert WILMA nun wirklich gut. Lehrer, wie Schüler und Eltern sprechen mit Begeisterung von den Vorteilen der digitalen Kommunikation und dem direkten Informationsfluss in beide Richtungen.

Auch unser digitales Register soll ein Erfolg werden, daher dürfen wir nicht davor zurückschrecken, es noch verbessern zu wollen.

Rückmeldungen aller Beteiligten können helfen, ein solches Erfolgsmodell entstehen zu lassen, welches die Kommunikation im Schulleben maßgeblich erleichtern wird.

Der LBE interessiert sich für die aktuelle Situation an den Schulen, welche das digitale Register bereits verwenden:

Wie funktioniert es bei euch, wo sollte verbessert werden, was erscheint positiv, was negativ?

Wir haben bereits einige kritische Stimmen gehört und hätten gerne einen landesweiten Überblick zu diesem Thema.

Vorschläge und Meinungen bitte an vorsitz@die-eltern.it.